Bonn

Hallo liebe Selbsthilfeinteressierte,


wir begrüßen Sie zu unserem Oktober-Newsletter. Auch diesen Monat möchten wir Ihnen wieder Informationen aus der Selbsthilfe und für die Selbsthilfe zukommen lassen.

Viel Freude beim Lesen!
Ihr Team der Selbsthilfe-Kontaktstelle Bonn
Lena Schütter (Foto: privat)

Die Selbsthilfe-Kontaktstelle Bonn hat ein neues Gesicht

Lena Schütter stellt sich vor

Liebe Newsletter-Leser*innen,

mein Name ist Lena Schütter. Seit dem 1. Juli 2021 betreue ich das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe und arbeite in der Selbsthilfe-Kontaktstelle Bonn. Als Sozialarbeiterin (M.A.) war ich bisher u.a. im Bereich der Freiwilligen- und Bildungsarbeit tätig.

In den vergangenen Wochen konnte ich bereits einen guten ersten Eindruck davon gewinnen, wie bunt und vielseitig die Selbsthilfe ist und wie viele Menschen sich in dieser engagieren, sich und anderen helfen und unsere Gesellschaft auf diese Weise ein Stück weit solidarischer und menschlicher gestalten.

Ich freue mich, von nun an die Selbsthilfe insbesondere pflegender Angehöriger in Bonn mit zu unterstützen und auf den Austausch, ob persönlich, telefonisch oder per E-Mail, mit Ihnen, den Selbsthilfe-Aktiven und -Interessierten!

Ihre Lena Schütter
Hier finden Sie meine Kontaktdaten
Nora Klein und Sabine Fröhlich (Foto: Klein)

Mal gut, mehr schlecht

Eine Bilderreise in die Innenwelt der Depression

Der große Saal ist abgedunkelt, die schweren Vorhänge zugezogen. Das Publikum wird langsam still. Der Fokus wandert zu den beiden Frauen am Rednerpult. Auf der Leinwand erscheinen die ersten Fotografien: Menschen, Szenen, Fragmente. Dazu die Stimme von Nora Klein: die Fotografin liest zu ihren eigenen Bildern Gedichte, Texte oder Zeilen von Betroffenen; Menschen, die an Depression leiden und ihrem seelischen Erleben Ausdruck verliehen haben. Eine von ihnen ist Sabine Fröhlich. Auch sie steht an diesem Abend am Rednerpult und wird dem Publikum später Fragen beantworten.

Ungefähr jeder fünfte Erwachsene in Deutschland leidet im Laufe seines Lebens mindestens einmal an Depression. Nora Klein und Sabine Fröhlich möchten einen Beitrag dazu leisten, dass die Erkrankung sichtbarer und auch verstehbarer wird. Sie sind mit ihrer Bilderreise „Mal gut, mehr schlecht – Sensible Einsichten in die Innenwelten der Depression“ in ganz Deutschland unterwegs und präsentieren die Bilder und Texte, die auch in einem gleichnamigen Bildband erschienen sind.

Am 12.11.2021 um 19 Uhr kommen sie mit ihrem Vortrag auch nach Bonn. Die Veranstaltung wird von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Bonn in Kooperation mit der Katholischen Familienbildungsstätte in der Lennéstraße 5 angeboten. Gefördert wird die Veranstaltung durch die Deutsche DepressionsLiga e.V. und die BARMER Selbsthilfeförderung. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten.

Nähere Informationen hier.

Sie sind selber von Depression betroffen oder Sie sind Angehörige*r eines Betroffenen und suchen eine Selbsthilfegruppe? Dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!
Homepage von Dr. med. Claudia Niederer (Foto: privat)

Schlagartig ist Alles anders – Leben nach einem Schlaganfall

Dr. Claudia Niederer ist Betroffene und berichtet

Ein Schlaganfall kann die Lebensumstände Betroffener und ihrer Mitbetroffenen (Angehörige, Freundinnen und Freunde, Bekannte, Kolleginnen und Kollegen etc.) von jetzt auf gleich nachhaltig verändern. Neben körperlichen Einschränkungen durch eine halbseitige Lähmung kann es auch zur Beeinträchtigung der Sprache kommen (Aphasie). Dabei kann die Kommunikation so sehr gestört sein, dass Gedanken und Gefühle nicht mehr ausgedrückt werden können und/oder nicht mehr verstanden wird, was andere mitteilen möchten. Genau so ergeht es aber auch den Angehörigen, sie sind daher „mitbetroffen“. Um auf die besondere Problematik der Menschen mit Aphasie aufmerksam zu machen, ist der Monat Oktober europaweit als „Monat der Aphasie“ benannt worden.

Während der Akutphase auf der "Stroke Unit" und dem anschließenden Aufenthalt in einer Rehabilitationseinrichtung ist man von vielen "helfenden Händen" umgeben. Wieder zu Hause stellt die Bewältigung des Alltags eine noch größere Herausforderung dar. Nach meinem Schlaganfall konnte ich glücklicherweise auf meine beruflichen Erfahrungen als Ergotherapeutin und Ärztin zurückgreifen.

Auf meiner Internetseite habe ich all die Informationen zusammengetragen, welche mir selbst geholfen haben oder mit denen ich die Fragen anderer Betroffener und Mitbetroffener vor allem in den Bonner Selbsthilfegruppen beantworten konnte. Ein besonderes Anliegen war mir dabei, den regionalen Bezug zu meinem Wohnort Bonn herzustellen. Deshalb findet man auf der Seite „Termine &Aktuelles“ unter anderem die aktuellen Termine der Treffen der neurologischen Selbsthilfegruppen in Bonn und Umgebung, zu deren Leiter*innen ich in persönlichem Kontakt stehe. Zudem möchte ich mit dieser Internetseite Mut machen. Zwar ist nach einem Schlaganfall Vieles oder Alles anders, aber das Leben muss nicht zwangsläufig schlechter sein.

Wir danken Dr. med. Claudia Niederer für diesen Erfahrungsbericht.

Nähere Informationen zu den Selbsthilfegruppen bei Schlaganfall finden Sie auf der Homepage von Dr. Niederer oder erfahren Sie durch die Selbsthilfe-Kontaktstelle Bonn.
Mediator Thomas Titze (Foto: privat)

Gewalt in der häuslichen Pflege eines Angehörigen

Im Interview zeigt Mediator Thomas Titze Hintergründe und Auswege

Guten Tag Herr Titze,

Sie sind Mediator und werden im November in Kooperation mit dem Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe Bonn ein Seminar zum Thema „Gewalt in der häuslichen Pflege“ geben. Wenn wir von Gewalt in der Pflege sprechen, wovon sprechen wir?

Gewalt ist mehr als körperliche Übergriffe wie Schläge oder Schütteln. Eine Gewalthandlung hat direkte, strukturelle und kulturelle Aspekte, die sich meist gegenseitig negativ beeinflussen. In der Realität kann dies die mangelnde Wundversorgung oder unzureichende Pflege im Bereich der Hygiene sein, bis hin zu Missachtung oder sozialer Isolation. Auch die Missachtung der Privatsphäre fällt unter den Gewaltbereich. Im Bereich der Kommunikation zähle ich hier eindeutig auch eine respektlose Sprache, Bevormundung oder die schlichte Nichtbeachtung hinzu.

Warum kommt Gewalt in der Pflege vor?
Die Ursachen für Gewalt in der Pflege sind oft vielschichtig und dabei mache ich keinen großen Unterschied zwischen professioneller oder familiärer Pflege. Wir wissen, dass Gewalthandlungen oft das Ergebnis des Zusammentreffens verschiedener Faktoren an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit sind. Eine Rolle spielen zum Beispiel unerfüllte Bedürfnisse, ein hoher Frustrationslevel oder Gefühle von Fremdbestimmung und Hilflosigkeit. Den Pflegebedürftigen fehlen, genau wie dem Pflegenden, oft die Mittel, berechtigte Bedürfnisse, Interessen und besonders Ängste artikulieren zu können.

Was kann ich tun, um Gewalt vorzubeugen und an wen kann ich mich wenden, wenn ich merke, dass ich drohe die Beherrschung zu verlieren oder selbst Gewalt erfahre?
In Fällen von Gewaltanwendungen ist sofortiges Einschreiten notwendig. Probleme müssen angesprochen und ausgesprochen werden, von allen Beteiligten. Habe ich den Verdacht, dass mein pflegebedürftiger Angehöriger im Pflegeheim Gewalt erfährt, so ist die Heim- und Stationsleitung die erste Adresse. Bei Gewalt in der heimischen Pflegesituation ist ebenso zunächst das Gespräch sehr sinnvoll. Wegsehen oder ignorieren ist auch hier keine Option!

Aber was tue ich, wenn ich selbst aggressive Gefühle entwickele oder solche Situationen bereits entstanden sind? Hier geht es nur mit schonungsloser Offenheit. In erster Linie hilft hier eine Selbstreflektion, wie ich selbst die Pflegetätigkeit erlebe; dies bedeutet, das Maß an Überforderung, Stress, Erschöpfung oder fehlende Kenntnisse zu benennen. Aber auch ein Perspektivenwechsel kann sehr hilfreich sein; wie erlebt wohl der Pflegebedürftige diese Situation und möchte ich in vergleichbarer Lage so behandelt werden?

Wie sich dieses im Einzelfall darstellt und welche Chancen und Möglichkeiten die Altersmediation bieten, können interessierte Personen gerne bei der Veranstaltung „Mediation und Konfliktmanagement in der Pflege“ am 06.11.2021 in den Räumen der Katholischen Familienbildungsstätte in Bonn, erfahren. Informationen und Anmeldung hier.

Wir danken Herrn Titze für dieses Interview. Thomas Titze ist zertifizierter Mediator und Wirtschaftsmediator sowie Leiter von Seminaren, Workshops und Vorträgen zu den Themenfeldern Kommunikation und Konfliktmanagement im privaten und beruflichen Kontext. Weiterhin ist er Referent für das Anwendungsfeld Familie & Elder Mediation.

Thomas Titze ist in mehreren ehrenamtlichen Funktionen im zivil-gesellschaftlichen Bereich tätig. Seine berufliche und private Heimat ist die Grafschaft.

SelbsthilfeNews kurz & knackig

Das könnte Sie auch interessieren!

Neue Selbsthilfegruppen in Bonn

Weitere Betroffene willkommen!

Es haben sich neue Selbsthilfegruppen in Bonn gegründet, die noch weitere Teilnehmende suchen:
Interessierte können sich bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle Bonn melden:
Telefon: 0228 - 94 93 33 17
E-Mail: selbsthilfe-bonn@paritaet-nrw.org

Agoraphobie

Neue Online-Selbsthilfegruppe

Einige Menschen, die einmalig oder wiederholt heftige Panikattacken z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Reisen oder auch zu Hause erlebt haben, entwickeln eine sogenannte Agoraphobie. Für Betroffene ist es oft sehr schwierig oder unmöglich, am „normalen“ Leben teilzunehmen. Die Angst kann weite Teile des Lebens beherrschen.

In Bochum hat sich eine neue online Selbsthilfegruppe für Menschen mit Agoraphobie gegründet. Die Gruppe wird sich ausschließlich online treffen, deshalb werden bundesweit Teilnehmer*innen gesucht. Nähere Informationen, auch zur Anmeldung, finden Sie hier.

Angst vor Arztbesuchen

Neue Online-Selbsthilfegruppe

Für einige Menschen stellt der Besuch bei Ärzten eine sehr große Herausforderung dar. Die neue online Selbsthilfe-Gruppe „Angst vor Arztbesuchen? Iatrophobie“ sucht noch neue Teilnehmer*innen. Die Gruppe trifft sich online, 14-tägig dienstags, in den geraden Kalenderwochen von 17:30 bis 19:00 Uhr.

Nähere Informationen zur Gruppe finden Sie hier.
Anmeldung per Mail an: selbsthilfe@wiesenetz.de

Virtuelles Selbsthilfe-Café!

Sie sind herzlich eingeladen!

Die Selbsthilfe-Akademie NRW bietet alle 14 Tage das Virtuelle Selbsthilfe-Café an. Es richtet sich an Selbsthilfe-Aktive aus Selbsthilfegruppen und -verbänden, an Selbsthilfe-Unterstützer*innen und an Interessierte.

Das Café ist eine Plattform für Austausch, Begegnung, Diskussion; ein Treffpunkt, um Spaß zu haben, nette Menschen zu treffen und sich über Themen aus dem Bereich Selbsthilfe auszutauschen. Aus der Selbsthilfe, für die Selbsthilfe!

Jeden Dienstag gibt es ein Schwerpunktthema. Informationen zum jeweils aktuellen Thema sind hier zu finden. Die nächsten Termine sind: 26.10.2021 / 09.11.2021 / 23.11.2021 / 07.12.2021.

Nähere Informationen und Anmeldung finden Sie hier unter 'Gesundheit, Selbsthilfe'

Selbsthilfenetz Psychiatrie

Bundesverband BApK sucht Selbsthilfegruppen

Der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V. (BApK) sucht bundesweit Selbsthilfegruppen aus dem Bereich seelische Gesundheit (Betroffenen- sowie Angehörigengruppen), die kostenlos in das Selbsthilfenetz des Verbandes aufgenommen werden möchten.

Hier geht es zum „Selbsthilfenetz Psychiatrie“ und hier finden Sie weitere Informationen.

Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch

Link-Tipp

Das Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch unterstützt Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt erlitten haben, sowie Angehörige, Fachkräfte und alle Menschen, die Fragen zum Thema haben oder sich Sorgen um ein Kind machen.

Mit dem bundesweiten Hilfe-Portal soll erreicht werden, dass alle Menschen beim Thema sexueller Missbrauch die für sie passende Unterstützung finden – vor Ort, online oder telefonisch, kostenlos und anonym. Auch bietet die Seite viele Informationen zum Thema.

Junge Selbsthilfe

Die Jungen Aktiven beim Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.

Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen NAKOS stellt für junge Menschen ein eigenes Selbsthilfeportal zur Verfügung: Schon mal an Selbsthilfegruppen gedacht?

Jeden Monat wird hier eine Gruppe des Monats vorgestellt. Im August haben sich "Die Jungen Aktiven beim Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V." vorgestellt. Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 35 Jahren mit Legasthenie und Dyskalkulie machen sich gegenseitig Mut und setzen sich unter anderem für Chancengleichheit ein. Deshalb wenden sich die "Jungen Aktiven" an Lehrkräfte, Ausbilder*innen und Arbeitgeber. Weitere Informationen zum Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. finden Sie hier.

Online Kurse für von Krebs Betroffene

Stiftung Deutsche Krebshilfe

Die Stiftung Deutsche Krebshilfe setzt sich für die Krebsprävention und ebenso für die Belange von Menschen ein, die mit Krebs und den Folgen leben. Auch bieten sie Aktionen und Informationen für alle, die vor der Aufgabe stehen, die Krankheit Krebs in ihren Alltag zu integrieren.

Im Oktober finden verschiedene Kurse zu den Themen „Wiedereinstieg in den Beruf“ und „Existenzsicherung bei Krebs“ statt. Information und Anmeldung hier.

Schmerzen bei Menschen mit Komplexer Behinderung

Fachtagung der Stiftung Leben pur

Am 03. und 04.12.2021 findet in Köln eine interdisziplinäre Fachtagung der Stiftung Leben pur für Menschen mit Behinderung, ihre Familien und Fachleute in NRW statt. Kooperationspartner ist der Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen NRW e. V. Das Thema der Fachtagung ist „Schmerzen bei Menschen mit Komplexer Behinderung”. Neben Vorträgen werden auch Workshops sowie Gelegenheit zum Austausch geboten.

Menschen mit Behinderung, Eltern eines behinderten Kindes, Studierende, Auszubildende und arbeitslose Menschen können ermäßigt teilnehmen.

Anmeldeschluss ist der 5. November 2021. Informationen und Anmeldung hier.

Machen Sie mit!

Wir suchen Ihre Beiträge für unsere SelbsthilfeNews

Nutzen Sie die SelbsthilfeNews als Plattform, um andere über ihre Selbsthilfearbeit zu informieren.

Wir freuen uns über interessante Einblicke, Geschichten und Themen aus Ihren Selbsthilfegruppen.
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Tel.:  02 28 | 94 93 33 17
Fax.: 02 28 | 94 93 33 45

selbsthilfe-bonn@paritaet-nrw.org
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Sprechzeiten:

Montag:10:00 - 13:00 Uhr
Mittwoch:10:00 - 13:00 Uhr
Donnerstag:10:00 - 13:00 Uhr
14:00 - 18:00 Uhr
Freitag:09:00 - 12:00 Uhr
... und nach Vereinbarung (derzeit nur telefonisch!)
Ihre Ansprechpartnerinnen sind (v.l.n.r.):

Carolin Urban, Kyriaki Nikodimopoulou 
(Sekretariat), Angela Fechner, Kerstin Gerisch, Lena Schütter

Dieser Newsletter ist ein Angebot der Krankenkassen/-verbände in NRW im Rahmen der Selbsthilfeförderung nach §20h SGB V.
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